Wir erklären unsere volle Solidarität mit den derzeitig stattfindenden Protesten an verschiedenen österreichischen Bildungsinstitutionen. Wir rufen dazu auf, die Proteste aktiv zu unterstützen und auszuweiten.
Dank des Engagements der Studierenden ist der dringende Bedarf an einer bildungs- und gesellschaftspolitischen Debatte sichtbar geworden. Die Solidarität von Lehrendenseite war vom ersten Moment an vorhanden, bislang aber eher vereinzelt und zumeist informell. Die letzten Jahre waren geprägt von einem rasanten Abbau universitärer Demokratie, einer sich verschärfenden Ausrichtung von Bildungspolitik an Marktlogiken bei gleichzeitig struktureller Verknappung der Ressourcen an Universitäten.
Lehrende und Forschende sind mit dem Zwang konfrontiert, unaufhörlich Forschungsanträge für Drittmittellukrierung zu formulieren sowie eine immer weiter ausufernde Bürokratisierung
zu bedienen und werden durch intransparente Evaluierungsverfahren in der beruflichen Existenz bedroht. Die systematische Prekarisierung von Lehrenden und Forschenden hat Vereinzelung, Verunsicherung, Demotivierung und Konkurrenzdenken zur Folge.
Nicht zuletzt in Folge der Groß-Demonstration am 28. 10. 2009 erklären wir:
1. Wir Lehrende solidarisieren uns mit der Protestbewegung.
2. Wie fordern eine Demokratisierung der Universitäten, freien Zugang zu allen Bildungseinrichtungen und deren ausreichende finanzielle Ausstattung.
3. Wir fordern alle studierenden, forschenden und lehrenden Kolleg_innen aller Bildungseinrichtungen auf, der gegenwärtigen Situation Rechnung zu tragen und Lehrveranstaltungen für bildungs- und gesellschaftspolitische Fragen und Forderungen der Protestbewegung zu nutzen.
4. Wir fordern alle studierenden, forschenden und lehrenden Kolleg_innen aller Universitäten dazu auf, die Einrichtung kollektiver Orte für die Debatte um die Gegenwart und Zukunft von Bildung und Gesellschaft zu unterstützen und sich daran zu beteiligen.
Diese Erklärung wurde von etwa 150 Lehrenden und Forschenden der Akademie der bildenden Künste, der Uni Wien, der TU Wien und der BOKU Wien einstimmig angenommen.










Comments
No one has said anything yet.
Leave a Comment