Stellungnahme der Lehrenden und Forschenden gegen Heterosexismus im
Rahmen der Uni-Proteste

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Heterosexismus und Homophobie als
gesellschaftliche Probleme vor den Uni-Besetzungen nicht Halt machen und auch
dort teilweise verharmlost werden. Die Lehrenden und Forschenden verurteilen die
im Rahmen der Besetzungen stattgefundenen heterosexistischen Wortmeldungen
und Formen sexualisierter Gewalt gegen Frauen (sexistische Redebeiträge in den
Plena, sexistische Angriffe gegen Frauen und sexuelle Übergriffe in den
Schlafsälen…).
In einer kritisch-emanzipatorischen Protestbewegung dürfen Heterosexismus und
Homophobie unter Studierenden sowie auch unter Lehrenden und Forschenden
keinen Platz finden; Raum muss es hingegen dafür geben, Sexismus auf allen
Ebenen zu thematisieren und kompromisslos zu bekämpfen. Die teilweise
antifeministischen Tendenzen und Reaktionen auf die Kritik an Sexismus
(Diskreditieren antisexistischer Beiträge, Lachen, wenn sexistische Übergriffe
thematisiert werden) sind alarmierend. Unsere besondere Unterstützung gilt daher
der Frauen Lesben Inter Trans AG und all jenen AGs, Gruppen und Personen, die
antisexistische und anti-diskriminatorische Arbeit im Rahmen der Besetzungen
leisten.
Die Lehrenden und Forschenden unterstützen eine tiefgehende inhaltliche
Auseinandersetzung mit Heterosexismus und Homophobie im Rahmen der
Besetzungen. Wir fordern alle auf, sich daran zu beteiligen, die (besetzte) Universität
als einen antisexistischen Raum zu gestalten!

Wien, 25.11.2009
Versammlung Lehrender und Forschender österreichischer Hochschulen und
Universitäten

Comments

  • Meinung

    Alles was recht ist. Solidarisieren sich die Personen mit unserer Bewegung? Ja? Nein? Der Rest interessiert mich nicht. Waren die Personen bei uns im Hörsaal? Nein? Wieso verurteilen sie dann unser angebliches Fehlverhalten? Also für mich hat das keine Relevanz, vorallem weil die Unibesetzung wohl der Raum ist wo's mit Gleichstellung zwischen den Geschlechtern (aber auch von körperlich behinderten Personen) weit besser ausschaut als im Rest des Landes.

  • "Solidarisieren sich die Personen mit unserer Bewegung?"
    JA! Aber das nimmt ihnen nicht das Recht, diese kritisch zu betrachten.
    "Waren diese Personen bei uns im Hörsaal?"
    JA! Und es gab in Innsbruck Diskussionen zum Thema sexualisierte Gewalt / Sexismus, die genau diese Tendenzen, die im Statement beschrieben sind, aufwiesen. Und das hat sehr wohl Relevanz! Denn auch wenn es im Rahmen der Besetzung besser aussähe, als "im Rest des Landes" (was allerdings zuerst zu überprüfen wäre!), ist jedes sexistische Kommentar eines zuviel und jeder Akt von sexualisierter Gewalt einer zuviel und somit stark zu kritisieren.

  • Meinung 2

    Wenn sich die Personen solidarisieren ist schön. Ansonsten bin ich eben anderer Meinung. Nicht dass ich sexistisches Verhalten gutheißen möchte, sicher nicht. Aber das Ziel der Besetzung ist ein anderes als eine Genderdiskussion. Und dennoch haben wir in unserern Forderungen Frauenquote und Barrierefreies studieren (in allen Formen) …. als ganz zentralen Punkt! Warum müssen wir das fordern? Weil es andere Stellen nicht zur Genüge umgesetzt haben! Und insofern finde ich schon, dass wir mit unserer Bewegung offensichtlich zwei Schritt weiter sind als "die Welt da draußen" (=Gesetzgeber).

    Oder anders gesagt. I kenn voll viel Mädls denen das stetige geGendere auf die Nerven geht. Es wird bei Zeiten übertrieben. Meine Meinung und die vieler andere.

  • discussion

  • my2cents

    Du hast schon Recht wenn du sagst, dass das Hauptanliegen der Bewegung ein anderes ist als auf sexuelle Diskriminierung hinzuweisen und dort etwas zu verändern.
    Ich habs in Wien im Audimax gesehen. Es haben sich wirklich viele AG.s gebildet, was ja grundpositiv anzusehen ist, nur in der Bildungsbewegung haben Diskussionen rund um Faschismus (bspw.), m.E. nach wenig Platz. Auch wenn es mehr als schön anzusehen ist, dass Studierende sich engagieren für ihre Anliegen.

    Also wie gesagt im Grunde hast du Recht, ja, ABER (auf das haben wir ja gewartet ne?) sobald eine Bewegung untereinander, also unter den Unterstützern, anfängt zu zerbröckeln weil sexistische Kommentare fallen, weil Homosexuallität nicht toleriert wird, sprich weil sich einige Menschen in ihrer Sexualität (Persönlichkeit) diskriminiert und angegriffen fühlen..dann JA dann muss darüber geredet werden, weil es sonst kein gemeinsames Vorangehen mehr gibt. Sondern einen Streit untereinander und das größere Ziel wird aus den Augen verloren.

    Ich glaube auch es geht hier nicht um Gendern oder ähnliches. Es geht darum ,dass jeder Mensch das Recht hat (insofern er anderen nicht schadet), seine Persönlichkeit so auszuleben wie er will. Dabei zumindest auf Toleranz in der Gesellschaft zu stoßen wäre ok (von Aktzeptanz ist hier noch keine Rede). Vor allem dann wenn man in einer Gemeinschaft etwas erreichen möchte.

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