Liebe ECTS-Punkte Sammelnde, liebe PoWi-Konsumierende!

Ihr solltet hier nicht weiter lesen – es könnte dann nämlich passieren, dass
Euch ein anspruchsvolles, abseits des Mainstreams angesiedeltes
Lehrveranstaltungsangebot auch weiterhin erhalten bleibt. Ihr wisst schon…:
mit einem kritischen Zugang zur jeweiligen Thematik, mit intellektuell
herausfordernden Inhalten und blöderweise auch ganz ohne
Multiple-Choice-Tests. Etwa Kurse zu Themen wie Medien, Migration und Krieg
oder Internet und Demokratie. Es könnte im Extremfall sogar dazu kommen,
dass widerspenstige Studierende für ihre dubiosen und bereits von anderen
Professor:innen abgelehnten Diplomarbeitsvorhaben tatsächlich noch einen
Betreuer finden. Man stelle sich das vor! Und als wäre das noch nicht genug,
sind schockierende Fälle von Exkursionen bis nach Usbekistan (wissen Sie
etwa wo das liegt?) oder gar Mali zu nennen.

Für die ernsthaft an ihrem Studium Interessierten bleibt aber zu sagen: All
das wurde uns seit 1999 von Gastprofessor Prof. Jörg Becker geboten, wie Ihr
wisst. Aufgrund der „finanziellen Situation“ am Institut wurde ihm nun aber
für das Sommersemester 2010 keine einzige LV mehr zur Leitung angeboten.
Jörg Becker erklärte sich daraufhin bereit, vorläufig unentgeltlich (!) zu
unterrichten, um auch weiterhin den engen Kontakt mit seinen Innsbrucker
Studierenden pflegen zu können und für seine Diplomand- bzw.
Dissertant:innen besser erreichbar zu sein. Dieses Angebot wurde, so Prof.
Becker, von Institutsseite zuerst angenommen, dann aber ohne Angabe von
Gründen wieder abgelehnt.

Angesichts dessen, dass es sich bei Jörg Becker um eine der bekanntesten und
profiliertesten Persönlichkeiten aus dem Feld der deutschen
Politikwissenschaft handelt und seine umfangreichen Veröffentlichungen
international Beachtung finden, ist diese Entscheidung besonders
unverständlich. Diese Praxis wirft außerdem die Frage nach der Diskrepanz
zwischen Anspruch und Wirklichkeit in punkto Qualität von Forschung und
Lehre an unserem Institut auf. Weil gerade hier auch Dinge, wie sie eingangs
genannt wurden, Platz finden müssen, seid Ihr nun gefordert. Wichtig ist:
Leitet dieses Mail an so viele Leute wie möglich weiter und sendet eine
Protestnote mit dem Betreff „Prof. Jörg Becker soll bleiben“ o.Ä. sowie
einer kurzen, am besten fachlich-sachlichen Begründung an:

– Prof. Gerhard Mangott (fsl-politik-soziologie@uibk.ac.at),

– Prof. Fritz Plasser (Dekan-PolitikwissSoziologie@uibk.ac.at),

– Prorektorin Prof. Margret Friedrich (lehre-studierende@uibk.ac.at) und

– Prof. Rüdiger Kaufmann,
Betriebsratsvorsitzende(Ruediger.Kaufmann@uibk.ac.at).

Weiters existiert eine Facebook-Gruppe “Jörg Becker muss bleiben”, der Ihr
beitreten könnt.

Mit etwas Glück sehen wir uns dann im SS 2010 in einer Becker-Veranstaltung
– oder sogar auf der eigentlich von ihm geplanten Exkursion nach Myanmar im
Oktober 2010.

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