Über das Scheitern der Weltklimakonferenz in Kopenhagen wurde in den Massenmedien ausführlich berichtet. Wenig Information gibt es dagegen über die alternativen Vorschläge vieler sozialer Bewegungen und Organisationen aus allen Kontinenten, sowie seitens einiger Regierungen, die alle zusammen von jenen ignoriert wurden, die die Debatten beherrschten. Der bolivianische Präsident Evo Morales hat am 17. Dezember gegen die Vorgangsweise der Mächtigen protestiert und zur “Weltkonferenz der Völker über den Klimawandel und
die Rechte von Mutter Erde” vom 20. – 22. April 2010 in der Stadt Cochabamba eingeladen.

Damit bietet sich eine historische Gelegenheit zur Präsentation alternativer Vorschläge für den Schutz des Klimas und der Erde, die allen gerecht werden und im Interesse der Mehrheit der Menschen sind. Eine Chance, die genützt werden muss um diese Vorschläge in die laufenden Klimaverhandlungen einzubringen. Wünschenswert wären eine breite Information der Öffentlichkeit und eine Teilnahme von Vertretern verschiedener Organisationen, sowie von Parlamentariern aller Ebenen. Oder zu mindestens die Entsendung von solidarischen Grußbotschaften an die Internetadresse: www.cmpcc.org

Weiters gibt es die Möglichkeit der Stimmabgabe bei einem weltweiten Referendum zu Schlüsselfragen für unsere gemeinsame Zukunft auf http://portalmre.rree.gov.bo/cumbre/Referendum.aspx
Eine millionenfache Beteiligung könnte dem Klimaschutz Priorität und eine neue Richtung geben, damit er nicht mehr den ökonomischen Interessen einer Minderheit unterworfen ist.

Warum mitmachen?

Evo Morales ist vom Volk der Aymara, die gemeinsam mit vielen anderen Völkern und Kulturen in Lateinamerika die Mutter Erde (Pachamama) als die Quelle alles Lebens respektieren. Die Beziehung mit der Erde bringt uns in Verbindung mit allen Lebewesen und macht uns voneinander abhängig. Für das Wohlergehen aller und jedes Einzelnen ist die Harmonie und Ausgeglichenheit (Gerechtigkeit) daher eine Grundvoraussetzung. Die Erde hat daher Rechte, die Vorrang vor den Rechten aller anderen haben. Aus diesem Grund finden vor einer Jagd, vor dem Fischen, dem Fällen von Bäumen, vor der Bestellung der Felder oder der Ernte (oder anderen Formen der Inanspruchnahme natürlicher Reichtümer) kulturelle Rituale statt, die Respekt und Dankbarkeit ausdrücken, sowie Segen und Verzeihung erbitten. (Mehr Informationen im beiliegenden Interview des bolivianischen Außenministers.)

Für diese Völker, die sich als „Kinder der Pachamama“ fühlen, ist die Vorgangsweise vieler Unternehmen und ihrer Verbündeten aus der Politik eine Aggression gegenüber der Mutter Erde, die allen Lebewesen großen Schaden zufügt. (Wer von uns würde tatenlos zusehen, wenn die eigene Mutter Gewalt erleidet?) Diese Situation der Gewalt und Ungerechtigkeit wollen sie nicht mehr weiter hinnehmen und daher hat der Präsident Evo Morales beschlossen zu handeln. Und wie? Indem er auf die souveräne Entscheidung aller Menschen und Völker setzt!

Ganz ehrlich – können wir die Entscheidungen bezüglich dem Klimawandel und der Zukunft der Erde einigen wenigen anvertrauen, deren hauptsächliches Interesse darin besteht, aus unseren gemeinsamen natürlichen Reichtümern – Klima, Boden, Wasser, Luft, Biodiversität, Bodenschätze usw. Gewinne für sich selbst zu machen?

„Nachdem wir Präsidenten uns nicht einig werden sollten wir die Bevölkerung befragen und das tun, was sie will!“ erklärte Evo Morales in Kopenhagen und deklarierte seine Bereitschaft, diese weltweite Abstimmung in die Wege zu leiten.
Über folgende Fragen kann im Internet abgestimmt werden: http://portalmre.rree.gov.bo/cumbre/Referendum.aspx

1. Sind Sie einverstanden, dass die Harmonie mit der Natur wieder hergestellt wird und die Rechte der Mutter Erde anerkannt werden? JA oder Nein
2. Sind Sie einverstanden, dass dieses kapitalistische Modell des Überflusskonsums und der Verschwendung geändert wird? JA oder NEIN
3. Sind Sie einverstanden, dass die reichen Länder ihre Emissionsreduktions- und Absorptionsmaßnahmen zuhause umsetzen, damit sich die Temperatur nicht über 1° Celsius erhöht? JA oder NEIN
4. Sind Sie einverstanden, dass alle Kriegsausgaben umgewidmet werden und mehr Budgetmittel für Klimaschutz als für militärische Zwecke bereitgestellt werden? JA oder NEIN
5. Sind Sie einverstanden, dass ein internationaler Gerichtshof für Klimagerechtigkeit eingerichtet wird um über jene zu richten, die die Mutter Erde zerstören? JA oder NEIN

Ich habe schon abgestimmt. Und du?

In der Hoffnung auf und mit der Bitte um Unterstützung und Weiterverbreitung verbleibe ich
mit klimafreundlichen Grüssen

Johann Kandler
Klimabündnis Österreich
www.klimabuendnis.at

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