Von Donnerstag den 13. bis Sonntag den 16. fand heuer in Leoben das 5. Österreichische Sozialforum (Austrian Social Forum) statt.
Das Sozialforum versteht sich Grundätzlich als eine offene Möglichkeit zur kritischen Vernetzung, und findet auf verschiedenen Ebenen statt (Europäisches: 1-4.6,.Istanbul, WSF: Jänner, Senegal:Dakar)
“Entsprechend der Charta von Porto Alegre, wo 2001 das erste Weltsozialforum abgehalten wurde, halten wir fest: Das ASF gehört allen, die an ihm teilnehmen.
Alle Menschen, die auf eine Alternative zu Neoliberalismus, Zerstörung der Umwelt, Krieg, Sexismus und Rassismus hinarbeiten, sind zu seiner Mitgestaltung eingeladen, sofern sie sich in den Prinzipien des Prozesses, insbesondere der Akzeptanz unterschiedlicher Standpunkte, internationale Solidarität und Gewaltfreiheit wiederfinden.”
Der Schwerpunkt heuer war in Richtung Ökologie, Arbeitslosigkeit, Krise, Alternativen, und damit recht eng angesetzt.
Trotzdem war das Programm eher schon zu voll: http://www.sozialforum-asf.at/files/Raumzuteilung_web_100509.pdf und Entscheidungen vielen oft schwer, insbesondere da der Modus (OpenSpace, Workshop, Verschränkungsforen etc) bei den einzelnen Veranstaltungen nicht ersichtlich war und vor Allem die Qualität sehr von der Professionalität und Routiniertheit der Veranstaltungsleiter abhängig war. Persönlich habe ich eine Veranstaltung als unverständlich, aber auch Eine als relativ frontale, zu schnelle, zu geschlossene und tendenziell zu wenig kritische Veranstaltung wahrgenommen.
Im Großen und Ganzen war Mensch aber sehr bemüht, gerade alternative Denk- und Lebensweisen (und/auch Vereine) wurden sehr interessant präsentiert, und die Organisation (Räume, Terminplan, Schlafmöglichkeiten etc) schien sehr gekonnt.
Auffällig war die unerwartet geringe Teilnehmerzahl (<250?) vor Allem die geringe Beteiligung junger Menschen und die dagegen starke Präsenz einiger “Gruppen” (KP, GBÖ,…) und (alten) Personen, die uA durch fast ausschließliches namentliches Ansprechen anderer (gut bekannter?) Teilnehmer gleichzeitig das Gefühl eines “inneren Kerns” von dem man (noch?) ausgeschlossen ist, aber auch natürlich eine kollegiale Atmosphäre vermittelten. Auch das komplette fehlen einiger “Gruppen” (Grundrisse, Autonome,…) und die überauß schwache Beteiligung der Studierenden (aus der Bewegung, unbewegte hatte ich ohnehin nicht erwartet..) fiel unangenehm auf. Unerwartet angenhem (unaufdringlich) war die Präsenz von zB Attac und Pax Christi, fast gar nichts hab ich leider vom Arbeitslosennetzwerk “Amsel” gehört.
Wirklich ärgerlich fand ich die unkritische Hinnahme der einseitig national-palestinänsichen Argumentationslinie von vornehmlich Frauen rund um die AIK und die unzeitgemäße und unkritische präsentation umstrittener historischer Persönlichkeiten (Mao, Lenin, etc..) an einigen Büchertischen.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass das ASF ein durchaus ansprechender Rahmen für ambitionierten Austausch “linker” Bewegungen sein könnte, wenn die Bekanntheit/öffentliche Präsenz und damit (bzw Vorweg) die Teilnehmerzahl und vor Allem auch die heterogenität steigen würde. Bessere Mobilisierung wäre auf jeden Fall ein guter Ratschlag, den ich allerdings auch gleich mir selbst erteilen kann, denn wie die meisten Bewegungen “lebt das ASF vom Angagement der Beteiligten”. Ob dieses geringer als erhofft und geplant (zB: http://www.sozialforum-asf.at/jugendforum.html) oder einfach nur nicht wirkungsvoll war, ist pure Spekulation. Auf jeden Fall ist klar, dass um ein “besseres” ASF zu schaffen auch Leute außerhalb des “üblichen Kerns” Initiative ergreifen und Leute, Vereine, Bewegungen zur aktiven Teilnahme motivieren müssen.
Über Anmerkungen, Gegendarstellungen, Kritik und Handlungsmöglichkeiten freut sich
Erwin Schenk
von der UniBrennt Bewegung Innsbruck










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